Model werden

Der Weg zum Model

Immer wieder werde ich gefragt, wie man denn ein Model wird.
Eigentlich ist es ganz einfach: Bewirb dich bei einer Agentur, einem Brand (einer Marke) oder einem Fotografen. Agenturen führen eine sogenannte Model-Kartei – ein Verzeichnis aller Modelle, die bei ihnen unter Vertrag stehen – und vermitteln diese an Auftraggeber für Shows, Werbung und vieles mehr. Sie besorgen Dir Aufträge und verlangen dafür eine Provision, also einen Teil Deiner Gage. Gerade bei Newcomern, also Models die noch keine Erfahrung haben, sind die Aufträge aber oft unbezahlt. In erster Linie geht es dann darum, dass Du Erfahrungen sammelst und Bild-/Videomaterial hast, das Du beziehungsweise die Agentur dann den potenziellen Kunden vorzeigen kann. Als Newcomer wirst Du also wohl kaum ohne ausreichend Erfahrung und Referenzen einen top bezahlten Job erhalten. 
Produktionen für eine Werbung, ein Magazin-Cover oder dergleichen kosten viel Geld. Am Set (dem Ort an dem die Aufnahmen gemacht werden) sind zahlreiche Menschen, die sich um die perfekten Ergebnisse kümmern. Mindestens ein Fotograf, Stylisten, Designer/Assistenten, Redaktion und viele mehr – ganz je nach Auftrag. Alle diese Menschen werden für die Arbeit bezahlt, also muss alles möglichst schnell und unkompliziert ablaufen. Daher wird für grössere Projekte auch nur ein Model gebucht, das bereits ein Profi ist (es gibt natürlich immer Ausnahmen).

Agentur Provision

Die Agenturprovision ist ein Betrag, die die Modelagentur für die Vermittlung des Models erhält. Der Kunde (Auftraggeber) zahlt in der Regel die Gesamtsumme an die Agentur. Diese überweist die Gage abzüglich der vereinbarten Vermittlungs-Provision an das Model.

Akt

Als Akt wird eine bestimmte Art der Fotografie/fotografischen Darstellung bezeichnet. Hierbei ist das Model komplett nackt. Es gibt dazu auch eine Abstufung, den sogenannten Teilakt, wo das Model entweder Oberkörperfrei oder Unterkörperfrei ist. Aktfotografie gilt als Richtung der Kunst und sollte (wenn es gut gemacht ist) nicht pornographisch wirken.

Backstage

Der Backstagebereich ist der Bereich hinter der Bühne oder – bei Modenschauen hinter dem Laufsteg. In der Regel haben nur an der Schau Beteiligte Zutritt zu diesem Bereich.

Book / Modelbook / Sedcard / Portfolio

Jedes Model hat ein so genanntes „Modelbuch“, was eine Auswahl der besten Bilder, Editorials und ggf. Publikationen beinhaltet. Dieses ist meistens DIN A4 gross und wird dem Model von der Agentur zur Verfügung gestellt.

Booker

Als Booker werden die Mitarbeiter der Modelagenturen bezeichnet. Sie sind der Knotenpunkt zwischen den Models und Kunden, organisieren die Datenbanken sowie Karteien und sind stetige Kontaktperson und Anlaufstelle. Sie handeln im besten Interesse der Models und kümmern sich konstant um die passende Vermittlung der Models.

Buy Out

Ist die Bezeichnung für einen zusätzlichen Betrag, der an das Model gezahlt wird, wenn bestimmte Bilder in bestimmten Medien und Ländern veröffentlicht werden. Die Höhe dieser Zusätze wird meistens im Voraus und in Absprache mit der Agentur festgelegt.

Call Back

Ein Call-Back ist wie ein zweites Casting. Models, die bei einem ersten Casting in die engere Auswahl gekommen sind, aber noch nicht endgültig für den Job gebucht werden, werden in der Regel zu einem Call-Back Casting eingeladen, bei dem sich der Kunde/Castingagent dann für die finalen Models entscheidet.

Call Time

Call-Time ist die Zeit, zu der das Model an einem mit dem Kunden oder der Agentur vereinbarten Ort sein muss. Dies ist meist einige Stunden vor der eigentlichen Modenschau, damit das Model dann auf Abruf bereit steht, um für das Zurechtmachen von Haaren und Make-Up flexibel zur Stelle zu sein. Gleiches gilt bei Fotoshootings, Videodrehs, u.ä.

Casting

Es gibt zwei Arten von Castings. Einmal die offenen Castings, zu denen in einen bestimmten Zeitrahmen alle, auf eine Beschreibung passenden Models, von Agenturen geladen werden. Bei diesen Castings fallen meist längere Wartezeiten an, auf Grund der hohen Anzahl von Models. Zum anderen die Castings mit Termin, bei denen der Kunde spezielle Models anfragt und konkrete vergibt Termine. Die Agentur koordiniert diese Termine für die Models. Hierbei fallen in der Regel nur kurze bis gar keine Wartezeiten an.

Ein Casting gleicht einer Art Vorstellungsgespräch. Der Kunde macht sich ein Bild von dem Model und entscheidet, ob es für den Job geeignet ist.

Catwalk

Catwalk ist ein anderes Wort für Laufsteg.

Choreographie

Die Choreographie (kurz Choreo) beschreibt den Ablauf während einer Schau. In der Regel gibt es Choreographen, die vor jeder Schau die Choreographien mit den Models üben, um sicher zu gehen, dass diese den Ablauf beherrschen.

Copyright

Das Copyright beschreibt das Recht am eigenen Bild, an Fotos oder geistigem Eigentum. Somit dürfen diese Dinge nicht ohne Einwilligung der Urhebers genutzt, verbreitet oder veröffentlicht werden.

Direct Booking

Ein direct booking ist eine Direktbuchung eines Models direkt vom Kunden, ohne vorheriges Casting oder Fitting. Ein Direct Booking gilt als Qualitätsmerkmal und Models, die häufig per Direct Booking gebucht werden, gelten als besonders professionell, erfahren und erfolgreich.

Editorial

Als Editorial bezeichnet man ein Shooting für den redaktionellen Teil eines Magazins. Die gängigsten Editorials sind für Mode und Lifestyle Magazine. Editorial Shootings sind in der Regel weniger gut bezahlt, weil es hierbei vorrangig darum geht, den Bekanntheitsgrad und den Marktwert des Models zu steigern. Editorials sind immer gute Referenzen für potentielle Kunden.

Fitting

Bei einem Fitting wird vor einer Modenschau oder einem Shooting die Kollektion an die jeweiligen Models angepasst, um sicher zu gehen, dass diese passgenau sitzt. Das Fitting gleicht einer Anprobe und ist ein vom Shooting oder von der Modenschau unabhängiger Termin.

Gage

Gage ist ein anderes Wort für die Bezahlung / Lohn eines Models / Künstlers.
Wird der Auftrag über eine Agentur vermittelt, dann erhält diese eine Agentur Provision.

GoSee

Das GoSee wird oft mit einem Casting verwechselt. Bei den GoSees handelt es sich jedoch um eine Art Kennenlernen der Models mit potentiellen Kunden.

Die Models stellen sich hierzu mit ihrem Modelbuch/Portfolio bei dem Kunden vor, die vorher von ihrer Agentur ausgewählt wurden und der Kunde kann die Models bei Gefallen für eventuell nachfolgende Jobs vormerken. Für gewöhnlich lassen die Models ihre Sedcards für den Kunden vor Ort. Sollte das Model für ihn in Frage kommen, werden im Anschluss direkt Polaroids vom Model gemacht, um bei späteren Jobanfragen Zeit zu sparen und Direct Bookings zu ermöglichen. Das Model kann durch GoSees spätere Castings umgehen.

Honorar

Honorar ist die Bezahlung / Gage eines Models / Künstlers.

Kartei

In der Kartei einer Agentur sind alle Daten der Models enthalten. Neben den grundlegenden Daten wie Namen, Alter, eventuelle Nebenberufe auch die aktuellen Masse, Konfektionsgrösse, etc. Wenn Kunden eine Anfrage an die Agentur schicken, dient die Kartei für die Booker als Verzeichnis um die passenden Models für den jeweiligen Job zu finden.

Location

Eine Location ist ein bestimmter Ort. In der Modewelt spricht man von einer Location als Ort, an dem die Catwalk-Show oder ein Fotoshooting stattfindet

Urheber

Ein Urheber oder eine Urheberin ist eine Person, die etwas Neues geschaffen hat (z.B. der Fotograf bei einem Fotoshooting). Der Urheber ist der Besitzer sämtlicher Rechte seiner Werke. Er besitzt das Copyright – also das Urheberrecht.

Lookbook

Das Lookbook ist ein Musterbuch einer Mode Kollektion.

Masse

Es ist wichtig, dass Models ihre Masse kennen und Abweichungen der Agentur mitteilen. Der Kunde verlässt sich darauf, dass das Model die auf der Sedcard oder auf der Homepage der Agentur angezeigten Masse auch dann hat, wenn es zum Job kommt. Jedes Model sollte zusätzlich in der Lage sein sich selbst zu vermessen.

MUA

MUA steht für „MakeUp Artist“ – eine oft verwendete Abkürzung für Visa / Visagisten

Mutteragentur

Models müssen sich spätestens dann, wenn sie via Modelplacement im Ausland arbeiten wollen, für eine Mutteragentur entscheiden. Meistens wählen sie dafür die Agentur, bei der sie am längsten unter Vertrag sind oder über die sie am besten arbeiten. Diese Agentur kümmert sich dann um jegliche Auslandsanlässe des Models, sei es Placements, Agenturen für Direct Bookings oder ähnliches.

New Face

Die so genannten „New Faces“ sind, wie der Begriff schon sagt, die Neueinsteiger in der Modelbranche. Die Models in dieser Kategorie sind meistens der erste Anlaufpunkt für TFP- und Testshootings, weil sie zum Zeitpunkt ihrer Aufnahme in der Agentur noch über keinerlei Bildmaterial verfügen. Die Bilder dieser TFP- und Testshootings werden dann genutzt um für das Model ein Buch und eine Sedcard aufzubauen.

People

Als People werden oftmals die Models bezeichnet, die nicht als High Fashion Models, sondern als Werbe Models arbeiten. Sie sind die „Otto Normal“ Models, womit man sie nicht unterschätzen, sondern lediglich kategorisieren möchte.
In diese Kategorie gehört z.B. die Hausfrau für Waschmittel-Werbung, ein etwas fülliger Mann einer Bier-Kampagne oder die Oma für das Kochbuch.

Placement

Ein Placement beschreibt das platzieren eines Models in einer ausländischen Agentur für einen gewissen Zeitraum (hierbei üblich sind drei Monate.) Die Mutteragentur des Models kontaktiert ausländische Agenturen, sucht die passende Agentur für das Model und verhandelt mit der dortigen Agentur die Rahmenbedingungen für den Aufenthalt. Sobald das Model im jeweiligen Land platziert wurde, kümmert sich die ausländische Agentur um alle weiteren Belange.

Polaroids

Polaroids (kurz Polas) sind einfache Fotos von Models, die von der Agentur gemacht werden. Das Model ist hierbei im ungeschminkten (oder dezent geschminkten) und natürlichen Zustand. Meist werden diese zusätzlich noch in Unterwäsche gemacht. Polas dienen dazu, dem Kunden ein möglichst realistisches Bild der Models zu bieten, damit er sich einen optimalen Eindruck vom Model verschaffen kann, ohne es vorher in Natura gesehen zu haben. Polas werden dem Kunden in der Regel erst dann geschickt, wenn sie spezifisch angefragt werden. Die Polas helfen dem Kunden/Fotografen/MUA dabei, sich vorzustellen, wie man das Model verändern kann, weil es im ungeschminkten Zustand ist.

Posing

Das Posing ist das Bewegen vor der Kamera oder auf dem Laufsteg. Es gibt das freie Posing und das Posing nach Anweisung. Gerade das Beherrschen des freien Posings ist für Models sehr wichtig, damit sie sich eigenständig und sicher vor der Kamera bewegen können. Newcomern wird daher empfohlen anfänglich das Posing vor dem Spiegel zu üben, um eventuelle Unsicherheiten auszugleichen und eine gewisse Routine darin zu bekommen.

Scout / Modelscout

Scouts / Modelscouts sind Menschen, die (meistens im Auftrag einer Agentur) neue Models suchen. Sie haben dazu keinen festen Ort und keine feste Zeit. Sie scouten wann immer sie Menschen sehen, die für die jeweilige Agentur interessant sein könnte.

Sedcard

Die Sedcard (wahlweise auch Compcard oder Modelbook) gleicht einer grossen Visitenkarte der Models. Neben einer Auswahl der besten Bilder, dem Namen und den Massen des Models, befinden sich zusätzlich der Name der Agentur und die Kontaktdaten der Agentur auf der Sedcard.

Shooting

Als Shooting oder auch Foto-Shooting bezeichnet man die Aufnahmen, die ein Fotograf von Models macht.

Showroom

Der Showroom ist der Vorführraum des Designers. Models werden für den Showroom gebucht um die Kollektion des Designers direkt vor Ort vor zu führen. Dies findet vor fachkundigem Publikum und nicht öffentlich statt. Bei den Zuschauern handelt es sich für gewöhnlich um Einzelhandelsverkäufer und Ladenbesitzer. Bei Showroom-Präsentationen ist oftmals nicht die Optik des Models ausschlaggebend für die Buchung, sondern das optimale Passen der Masse.

Stylist

Stylisten sind verantwortlich für das Zusammenstellen der Outfits. Sowohl bei einem Shooting, als auch bei Modenschauen, Videodrehs, etc. Sie kümmern sich um die Gesamtkomposition der Outfits, sprich Accessoires und die Absprache mit den Make-Up Artisten fallen ebenfalls in ihren Aufgabenbereich. Sie sind über aktuelle Trends informiert und stimmen in Absprache mit dem Kunden/Designer die Outfits auf das gewünschte Projekt ab.

TFP

TFP bedeutet Time for Prints (deutsch: Zeit gegen Bilder/Fotos). Bei TFP Projekten kommen Models und Fotografen, sowie MUA (Make Up Artists) und Stylisten zusammen, um gemeinsam Ideen umzusetzen. Diese Projekte sind in der Regel unbezahlt. Jeder der Beteiligten darf die hierbei entstandenen Bilder für sein Portfolio nutzen. TFPs sind für Models besonders gut um ihre Mappen/Portfolios aufzubauen oder zu verbessern.

Visa / Visagist

Ein Visagist (häufig auch MUA abgekürzt) kümmert sich um das Make-Up und das Frisieren der Models. Sie sorgen dafür, dass die Haut beim Shooting nicht glänzt und jede Strähne des Models da sitzt, wo sie hingehört. Sie sind am Set, beim Dreh und bis zur letzten Sekunde vor der Schau dabei und sorgen für ein makelloses Erscheinungsbild der Models.